Nach dem Alten suchen, heißt das Neue zu verstehen.

Gichin Funakoshi

Geschichte des Vereins und Vereinsleben

Der Karate-Sportverein Ohtsuka Radebeul e.V. wurde am 15. Okober 1991 gegründet. Gründungsmitglied Jörg Dietrich leitet seit dem als 1. Vorsitzender den Verein.

Warum der Name Ohtsuka?

Hironori Ohtsuka, Prof., 10. Dan, Großmeister des Shindo Yoshinryu Jiu Jitsu Kempo,  Japan, setzte sich Zeit seines 90-jährigen Lebens für die Verbreitung des Karate im In- und Ausland ein. Für seine Verdienste wurde ihm vom japanischen Kaiser der Titel „Shiju Hosho“ verliehen. Darüber hinaus trug er den in der Karatewelt jeweils nur einer lebenden Person verliehenen Titel „ Meijin “ („Experte“, „Meister“). (2) Sensei Ohtsuka verstarb am 29. Januar 1982.

Die Stilrichtung

Im Karate gibt es mehrere Stilrichtungen. Der Verein Ohtsuka Radebeul  widmet sich der Stilrichtung Wado Ryu. Es ist die Essenz aus zwei unterschiedlichen Kampfkunsttraditonen. Zum einen aus dem chinesischen Shaolin-Kenpo, auf Okinawa ausreifend und durch Sensei Funakochi Gichin auf die jap. Hauptinseln getragen und zum anderen aus den japanischen Wurzeln des Shinto Yoshin-ryu, welche durch  Sensei Hironori Ohtsuka vervollkommnet wurden. So gesehen kann man das moderne Wado-Ryu Karate als Systematisierung der Techniken aus der Tradition des Karate-Jutsu von Okinawa und den japanischen Shinto-Yoshin-ryu Jujutsu verstehen. (3)

Der Beginn in der DDR

Als Sportart, die in der DDR nicht unterstützt wurde, gab es 1991 in Radebeul nicht viel Erfahrung mit Karate.  Am Anfang stand eine „Einladung zu einem Probetraining für Karate“. Etwa 60 bis 70 - meist junge Leute - folgten dieser Einladung. Zwei davon sind bis heute der Sportart im Verein treu geblieben. Da Sporthallen rar waren, wurde auch schon mal im Freien oder später in  den Räumen eines Fitness-Studios trainiert. Nach und nach wurden Prüfungen absolviert. Die Zielstrebigsten schafften 2 Prüfungen pro Jahr. Wurden zu Beginn die Trainingsstunden von Trainern aus anderen befreundeten Vereinen abgehalten, so absolvierten bald Vereinsmitglieder eine Übungsleiter- und Trainerausbildung.

Trainer und Wettkämpfe

Heute verfügt unser Verein über eine ansehnliche Zahl ausgebildeter Übungsleiter und Trainer. Auf deren Weiterbildung und Ausbildung  großes Augenmerk gelegt wird.
Bald schon nahmen die ersten Sportler an Wettkämpfen teil und holten Medaillen.

Eine Gemeinschaft

Zu einem gelungenen Vereinsleben gehört unserer Meinung nach, mehr als nur Training und Wettkampf. Im Jahr 1995 fand zum ersten Mal eine gemeinsame Fahrt übers Wochenende statt. Erst noch mit einigen Unterbrechungen wurden die jährlichen Fahrten in eine Jugendherberge zur Tradition und von vielen Vereinsmitgliedern gern besucht. Geradezu legendär sind seitdem die Nachtwanderungen geworden. Mit viel Liebe und Engagement vorbereitet, sind sie jedes Jahr aufs Neue ein Höhepunkt der dreitägigen Ausfahrt. Und nicht nur Mitglieder, auch Angehörige kamen und kommen gern jedes Jahr wieder mit. Weitere gemeinsame Unternehmungen wie Frühjahrs- und Herbstwanderungen, Ballsport- und Spieltag, Weihnachtsfeiern und Weihnachtsschwimmen für die Kinder haben uns zu einer großen Gemeinschaft zusammengeschweißt. Und ständig gibt es neue Ideen, was wir zusammen unternehmen wollen.

Veranstaltungen und Karate-Shows

Um den Verein und die Sportart Karate bekannt zu machen stellte der Verein sich bei Karate-vorstellungen und-shows vor, wie  z.B. 1997 vor den Landesbühnen Sachsen oder 1999 im Bilzbad.
Auch gemeinsame Fahrten einiger Vereinsmitglieder als Zuschauer zu den Karateweltmeisterschaften 2000 nach München oder sogar 2009 nach Japan bereicherten das Vereinsleben.

Jubiläen und Traditionen

Im Jubiläumsjahr 2001 gab es eine Vereins-Fahrt nach Dittrichshütte in Thüringen und die erste Internetseite entstand.

Im Dezember 2005 organisierte Ohtsuka Radebeul das erste Mal selber einen Wado-Cup in Radebeul. Diese Tradition bekam bald den Beinamen „Weihnachtsturnier“ und wurde seitdem schon viele Male durchgeführt. An der Vorbereitung und Durchführung sind dann wirklich fast alle Mitglieder und viele Eltern und Angehörige mit Begeisterung und hohen Engagement beteiligt.

2006 zum 15. Jubiläum gab es während der Jugendherbergsfahrt nach Sayda eine Vorführung für alle Freunde des Vereins und Eltern.

2011 zum 20. Jubiläum fand eine große Party mit selbstgestalteter Karate-Show in der Aula des Luisenstift-Gymnasiums statt, zu der neben den Mitgliedern auch viele Gäste kamen wie Freunde, Eltern, ehemaligen Mitgliedern und der Oberbürgermeister der Stadt Radebeul, Herr Wendsche.

(2) vgl. Kenei Mabuni „Leere Hand“ Palisander – Verlag 2007
(2,3) vgl. „Karate Do – Tradition & Innovation“ Schäfer, Stief, Bartelmann, Rauch, Kleinow – PUKROP-Verlag 2002